Nun ist der Club 2 sicherlich kein Prozess vor dem Arbeitsgericht und kann eine Fernsehdiskussion sicherlich nur in sehr bescheidenem Ausmaß zur Klärung der Frage beitragen, ob ein(e) Manager(in) zu recht oder zu Unrecht zum Abdanken bewegt worden ist.
Allerdings hatte der Club 2 in ungewöhnlich “reisserischer” Weise die Hoffnung geweckt, dass dies – am Beispiel der jüngst wegen “Mobbing” zurück getretenen Uni-Rektorin der BOKU – gelingen könnte; immerhin kam es erstmals nach deren Rücktritt im Free-TV zur angekündigten Direktkonfrontation mit dem Vorsitzenden des dortigen Universitätsrates.
Das Ergebnis war enttäuschend – der Versuch einer Abklärung der Standpunkte kam eigentlich nicht über ein “Ich wurde gemobbt” – “Nein, Sie wurden nicht gemobbt” hinaus. Als die Ex-Rektorin anhand von Beispielen ihre Behauptung unterlegen wollte, wurde sie bereits in ZIB-2-Manier (“…ich bitte um eine kurze Antwort …”) eingebremst: “… den Sachverhalt wird man sicherlich hier nicht klären können.”
Schade – eigentlich bin ich deswegen aufgeblieben.
Die weitere Diskussion war dann eher von bekannten Gender-Themen geprägt – mit entsprechend allgemeinen Wahrheiten. Etwa, dass es an den Unis viele Absolventinnen, wenige Professorinnen und momentan kein Rektorinnen gibt. Ursachen: mangelnde Kinderbetreuungsmöglichkeiten – Frauen lösen lieber Details, wo es klemmt, und benachteiligen sich selbst dadurch in ihrer Karriere etc.
Alles wahr und richtig – aber was mich wirklich interessiert hätte: ist die Ex-Rektorin nun zu Unrecht “gegangen” worden, oder nicht? Der Antwort bin ich leider nicht näher gekommen, und das ist leider der Moderatorin, Frau Milborn, anzulasten.
Autor: Günter Riegler