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Neues aus der Wirtschaftswissenschaft

Immer wieder wert mal reinzuschauen: Handelsblatt – Ökonomie online.

Neueste Erkenntnis: beim Song-Contest gewinnen tendenziell eher jene TeilnehmerInnen, die zum Schluss singen. Was man daraus lernen kann: bei Hearings werden ineffiziente Entscheidungen gefällt. Nähere Erläuterungen hier.

Autor: Günter Riegler

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Das kann nur von Krugman sein …

Via Handelsblatt ein paar ganz gute Zitate von Paul Krugman (Foto):

Zum Beispiel: “Die US-Hilfen für Autobauer sind Folge eines Mangels an der Bereitschaft, mitten in einer Wirtschaftskrise das Scheitern einer großen Industrie zu akzeptieren“.

Autor: Günter Riegler

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Ökonomen schlechtere Menschen?

Nicht erst seit dem Entgleisen der Finanzmärkte sehnen sich die Menschen nach einer Renaissance staatlicher Wirtschaftslenkung. Zuviel hat man gehört über astronomische Managergehälter, betrügerische Finanzmakler, überzüchtete und letztlich unerfüllbare Gewinnerwartungen. Mittlerweile ist der Wohlstand in Gefahr, die Zuwachsraten im Umsatz und Gewinn sind bereits Geschichte, wir befinden uns am Beginn einer Rezession, sagen die Ökonomen.

Als Schuldige werden skrupellose Finanzmanager, gierige Unternehmenslenker und von liberalen Ökonomen falsch beratene Politiker denunziert – letztere hätten erst dem schrankenlosen Neoliberalismus den Weg geebnet.

Sind Ökonomen (oder ökonomisch ausgebildete Manager und Politiker) schlechtere (im Sinne von: egoistische/zynische) Menschen?

Dazu ein Klassiker aus der ökonomischen Forschung – der legendäre Aufsatz von Robert H Frank, Thomas Gilovich und Dennis T Regan, “Does Studying Economics inhibit Cooperation?”.

Referiert werden in diesem Text Ergebnisse verschiedener Forschungsexperimente, die zum Ziel hatten, die Frage zu beantworten, ob ökonomisch gebildete Menschen tendenziell eher eigennützig und zum Nachteil der Gemeinschaft handeln.

Ein Experiment (Marwell/Ames) funktionierte wie folgt: Testpersonen hatten Geld zur Verfügung, dass sie nach freier Wahl entweder auf ein “Privatkonto” oder ein “Gemeinschaftskonto” legen konnten. Die – vorher bekannte – Regel lautete, dass jene Gelder, die auf das “Privatkonto” gelegt worden waren, in voller Höhe an die Einzahler retourniert werden sollten; die Gelder des “Gemeinschaftskontos” hingegen würden mit einem bestimmten Faktor größer 1 vervielfacht werden und dann nach Köpfen aufgeteilt. In dieser Versuchsanordnung ist es rational, alles aufs “Gemeinschaftskonto” zu werfen; vorausgesetzt, die anderen tun das auch.

Das Ergebnis: Ökonomiestudenten taten das signifikant in geringerer Zahl als Nicht-Ökonomen.

Auf die Frage, ob die Teilnehmer in ihren ökonomischen Entscheidungen “Fairness” berücksichtigten, sagten nahezu alle Nichtökonomen “Ja”, während die Antworten der Ökonomen im höchsten Maße uneindeutig waren: Mehr als ein Drittel der befragten Ökonomen verweigerten die Antwort oder gaben dermaßen hochkomplexe Antworten, dass sich diese einer Auswertung entzogen.

Marwell/Ames schrieben: “It seems that the meaning of fairness in this context was somewhat alien in this group.

Man muss den Text aber zu Ende lesen: die Autoren bekennen ein, dass egoistische Marktteilnehmer in derartigen Laborsituationen, in denen die individuelle ökonomische Effizienz mit der kollektiven Effizienz in Widerstreit geschickt wird, stets zum eigenen Nachteil agieren: wer dem vermeintlichen Eigennutzen nacheilt, bewirkt nicht nur für die anderen, sondern auch für sich selbst die weniger optimalen Ergebnisse. Diese Erkenntnis, sobald sie für die anderen Spieler transparent wird, führt zu einem weniger egoistischen Verhalten. Die Autoren schlussfolgern daher: würden die Nichtkooperativen und die kooperativen in getrennten Schlangen stehen, würden die Kooperativen nur mit Ihresgleichen spielen und damit auf Dauer höhere Erträge erzielen.

Ein weiteres Ergebnis: wenn in derartigen Dilemmasituationen vorher einander versprochen werden kann, dass man sich kooperativ verhalten werde, gibt es keine signifikanten Unterschiede zwischen Ökonomen und Nichtökonomen mehr.
Der Aufsatz schließt mit der zeitlos schönen Formulierung:

In an ever more independent world, social cooperation has become increasingly important – and yet increasingly fragile. With an eye toward both the social good and the well-being of the students, economists may wish to stress a broader view of human motivation in their teaching.
Autor: Günter Riegler

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Gefährliche Welt

Einer hier erwähnten Studie der Forschungsgesellschaft Mobilität zufolge, die ich allerdings nicht im O-Ton gefunden habe, bringen Eltern, die ihre Kinder mit dem Auto in die Schule bringen, in ungeahnte Gefahren (Siehe Grafik):

Nun will ich einmal gerne glauben, dass zu viel Individualverkehr allerlei gesundheits- und umweltbelastende Aspekte hat: von der Gefahr zu verunfallen bis hin zur verkehrsbedingten Luft- und Lärmbelastung. Auch erscheint mir plausibel, nachweisen zu können, dass Menschen, die als Kinder autoaffin erzogen wurden, in ihrem weiteren Leben in ihrer persönlichen Mobilität etwas autolastig sein werden.

Mag sogar sein, dass man mit empirisch-statistischen Methoden nachweisen wird können, dass autoaffin erzogene Menschen später tendenziell unsportlich und übergewichtig sein werden; obwohl – der persönliche Lebensweg eines Menschen ist halt von vielen Randbedingungen – bis hin zu Zufällen – geprägt und wäre selbst eine solche Korrelation wohl nur unter sehr vielen “ceteris-paribus”-Bedingungen und mit Vorsicht zu genießen.

Wo es einem aber den Vogel raushaut: dass jemand meint, auf Grund eines Samples von 1500 Kindern zur wissenschaftlich fundierten Aussage gelangen zu können, dass ein derartig signifikanter Zusammenhang zwischen “Eltern-Taxi” und psychischen Erkrankungen mess- und beweisbar wäre.

Haben die Autoren wirklich eine Versuchsanordnung gewählt, bei der sie zwei ungefähr gleich große Gruppen von Kindern – eine Gruppe von “Eltern-Taxi-Kindern” und eine Testgruppe, für die das nicht gilt – über, sagen wir, 30-40 Jahre hinweg in ihrer persönlichen Entwicklung begleitet und beobachtet, und dann eine signifikant höhere Neigung zu Depressionen, Angstgefühlen und Aggressionen festgestellt haben?

Haben die Forscher dabei alle anderen Umfeldbedingungen, die Depressionen oder Angstgefühle hervorrufen oder begünstigen können, so etwa auch erbliche Faktoren, mitberücksichtigt? (Wobei meines Wissens die Wurzeln und Ursachen derartiger Krankheiten in höchstem Maße ungeklärt sind.)

Und nehmen wir wohlwollend an, die Versuchsanordnung wäre so gewesen, und bei den 750 Eltern-Taxi-Kindern wäre in den 30-40 folgenden Lebensjahren in, sagen wir einmal, 10% der Fälle eine derartige Erkrankung aufgetreten. Das wären dann 75 Fälle von Erkrankungen – die Testgruppe der Nicht-Taxi-Kinder müsste dann beim angegebenen Sample minus 34%, das sind 25 Erkrankungsfälle weniger aufweisen. Ich muss anhand des Zahlenbeispiels ernsthafte Zweifel anmelden, dass man daraus mit einer angemessen hohen Aussagesicherheit eine solch signifikante Korrelation statistisch begründen kann.

Und selbst wenn ein solcher empirischer Beweis im Rahmen einer Langzeitstudie gelänge, wäre er theoretisch zu begründen; denn die bloße Beobachtung scheinbar korrelierender Resultate allein ist noch keine Beweisführung. Man erkläre mir mal, wie die theoretische Begründung für einen Zusammenhang zwischen der Teilnahme am Individualverkehr und psychischen Erkrankungen lauten soll.
Vielleicht liest ja jemand von der FGM, auf deren Webseite ich dazu leider nichts gefunden habe, diesen Beitrag, und möchte sich zu Wort melden.

Ich halte das Ganz – wohlgemerkt aus wissenschaftlicher Sicht – für an den Haaren herbei gezogen.

Autor: Günter Riegler

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Titelwahl für wissenschaftliche Beiträge

In der Kunstform, prägnante Titel für wissenschaftliche Beiträge zu formulieren, hat sich ein Herr Dr. Christian Handig von der Wirtschaftskammer Wien ein Lob in diesem Weblog verdient: “Adieu, vertretbare Rechtsansicht?” nennt er einen Beitrag zum UWG im jüngsten ecolex.

Das erinnert mich daran, dass man auch schon in den Achtzigern des vorigen Jahrhunderts ähnlich kreative Titel fand; etwa der legendäre RdW-Beitrag von Doralt/Nowotny über die Hinwendung der OGH-Rechtsprechung zur Fortbestehensprognose bei der Überschuldungsbeurteilung: “Abschied von der Überschuldungsbilanz?” nannten die beiden ihren Aufsatz.

Gerne und oft verwendet ist freilich auch allerlei “Quo vadis?”

Sehr leserorientiert auch ein Klassiker aus Deutschland aus dem Jahr 1980; Professor Moxter schrieb für die WPg (WPg 1980, 345ff) einen Beitrag unter dem Titel: “Ist bei drohendem Unternehmenszusammenbruch das bilanzrechtliche Prinzip der Unternehmensfortführung aufzugeben?” Da weiß man schon beim Titel, worum es geht. Der Text geht aber dann über ein bloßes “Ja” oder “Nein” weit hinaus.

Bemerkenswert ist Handigs Beitrag auf Grund eines anderen Satzes, den ich hier zitieren möchte, weil er zeigt, in welchem Zielkonflikt sich die Gebarungsprüfung (also meine berufliche Beschäftigung) mitunter befindet; Handig kritisiert (meines Erachtens zu Recht), dass der Strafrahmen für unbefugte Gewerbeausübung mit EUR 3.600,00 sehr gering bemessen ist, und stellt fest, dass daher “eine Übertretung der GewO nicht selten wirtschaftlich sinnvoll” ist.

Genau diesem Problem haben sich Rechnungshöfe manchmal zu stellen: handelt ein Organ einer öffentlichrechtlichen Körperschaft gegen das Gesetz oder sonstige Verfahrensvorschriften, kann dies manchmal zu wirtschaftlich vorteilhaften Ergebnissen führen, als wenn das Organ “Dienst nach Vorschrift” gemacht hätte.

Wir, die Gebarungskontrollinstanzen, müssen dann oft streng maßregeln, obwohl man uns postwendend fragt, wo denn das wirtschaftliche Problem liege.

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Neoliberalismus

Eine Perle im Radioangebot des ORF ist OE1 und da wiederum das Radiokolleg, welches anzuhören ich gestern nacht auf der Heimfahrt von Wien nach langer Zeit wieder einmal Gelegenheit hatte. Ausnehmend interessant etwa diese Woche ein Themenschwerpunkt “Neoliberalismus”. Einen Überblick über die Serie und die Möglichkeit zum kostenpflichtigen MP3-Download finden Sie hier!

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Medien Internet und Recht

Sehr beachtliche Onlinepublikation mit den Schwerpunkten Medien und Internetrecht: Medien Internet und Recht

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Das Blog ist eröffnet

so. also frisch ans schreiben.

Beachten wir die Grossschreibung, verwenden wir das “ß”, oder ueberlassen wir das jedem einzelnen autor? das sind die fragen. fürs erste.

den autor muss ich noch angeben. (das folgt!)