Mal raus aus der juristischen Arbeit – die Gesetzestexte, Kommentare und Jahresabschlüsse beiseite gelegt, und: Ohren und Augen auf.
Hier kommen die aus meiner Sicht schönsten Lieder der Welt – meine persönliche “Best-of”-Sammlung, ohne Reihung – und jedes einzelne hörens- und sehenswert.
(1) Aimee Mann – Wise up – aus dem Film “Magnolia” (youtube): eine tolle Idee: nach gut 2 Stunden Filmhandlungen beginnen die Hauptakteure dieses Lied zu singen. Selbst der sterbenskranke Earl Partridge wispert mit, wenn Aimee Mann die Zeilen “… cause it’s not going to stop – til you wise up” singt.

Foto: Magnolia – Quelle: IMDB.com
(2) David Bowie – Thursday’s child – (auf youtube); ganz ähnlich wie bei (1): David Bowie steht im Badezimmer und begleitet sich selbst – singt, oder besser gesagt: summt über sein Lied drüber. Hustet. Verwandelt sich in eine Frau und wieder zurück. Man könnte das Video mit “Mystery” taggen.
(3) Talking Heads – Heaven – (auf youtube); ein Track des Filmes “Stop Making Sense”, der (leider) nicht auf der LP/CD drauf ist. Es ist das zweite Lied des Konzerts – auf der Bühne nur David Byrne (git) und Tina Weymouth (bass – mit unvergesslichem 80er-Hosenanzug). Gegen Ende des Liedes wird das Schlagzeug unter Zwischenapplaus reingeschoben und Chris Frantz macht sich dran, zwei drei Trommelklopfer abzugeben, bevor das Stakkato von “Thank you for sending me an Angel” folgt (Man sollte übrigens gleich auch das ansehen).
(4) Arcade Fire – Neon Bible (Elevator Version – youtube). Kein Kommentar – das Lied und die Zeitungs-Percussions sprechen für sich.
(5) Pink Floyd – Us and them (aus dem Film “Pink Floyd a Pompeij” – siehe youtube). Vielleicht noch nicht das schönste Lied von Pink Floyd – aber ganz nah dran. Ich habe diesen Filmausschnitt für Sie ausgewählt, weil man den Spirit dieser Zeit voll mitkriegt. Und den unvergesslichen Rick Wright am Klavier.
(6) Supertramp – Take the long way home (auf youtube leider nicht in der Originalbesetzung zu finden – hier eine Version von Roger Hodgson mit Ringo Starr). Es muss wohl ungefähr zwischen 1980 und 1985 gewesen sein, dass ich dieses Lied auf der legendären “Paris Live” zum ersten Mal gehört habe. Supertramp waren übrigens nie eine besondere Live-Band: selbst auf dieser späten Interpretation ist fast jeder Ton gleich wie auf dem Studio-Original der 80er.
(7) Peter Gabriel – Come talk to me (auf der Secret World Tour 1994 – youtube); die Bild- und Tonqualität dieser Aufzeichnung ist zwar nicht besonders – aber es ist einfach ein Must-See wie Peter Gabriel das Kabel des Münztelefons immer länger und länger zieht – und immer auf die schöne Paula Cole zu, die sich schier die Seele aus dem Leib singt.
Überhaupt war Peter Gabriel der erste, bei dem ich diese heutzutage völlig unvermeidlichen Headsets gesehen habe (siehe Foto).

Foto: Peter Gabriel, Secret World, Album-Cover
(8) Laurie Anderson – Language is a virus (aus dem Film “Home of the Brave”, 1984 – siehe youtube). Den Film sah ich das erste Mal in einer Spätabend-Kultursendung, die von Dieter Moor moderiert wurde. Und ich war begeistert von der Keyboarderin – schauen Sie sich das an. Auch sehenswert wäre von diesem Film “Smoke Rings” (Che es mas macho? Lightbulb or shoolbus?)
(9) In einer Aufstellung der schönsten Lieder dieser Welt keinesfalls fehlen darf “Lullaby” von The Cure. (Hier in einer Akustik-Version). Welche göttliche Inspiration muss denjenigen geküsst haben, der dieses Lied mit diesem Text schuf? (Spiderman is having you for Diner tonight).
(10) Massive Attack – Angel (siehe youtube); Massive Attack haben uns viele fantastische Lieder geschenkt. Angel sticht vielleicht hervor, weil Horace Andy hier wie von einer anderen Welt herein tönt. Im Video der Verfolger mit Glatze.
Ich habe mir erlaubt hier noch schnell als (10a) das unvergessliche, eine Dekade mit seinen einleitenden Synthesizer-Sounds prägende “Unfinished Sympathy” zu erwähnen.
Ich freue mich über Ihre Tipps; die Liste ließe sich im Übrigen noch lange fortsetzen.
Autor: Günter Riegler