Von der Verwaltungsreform und dem Hundeführerschein
In Österreich gibt es angeblich rund 600.000 Hunde. Todesfälle aufgrund von Hundeangriffen sind – so tragisch jeder Fall ist - statistisch so wahrscheinlich wie solche aufgrund von Blitzerschlägen, also weniger als einer pro Jahr.
Zum Vergleich in Österreich: Tote im Straßenverkehr zuletzt im Jahr 2008 678, Lawinentote 2008/09 31.
In der Steiermark soll nun ein “Hundeführerschein” gesetzlich verpflichtend werden.
Was bedeutet dies praktisch:
- Ein Gesetzgebungsprozess unter Beteiligung von Politikern, Interessensvertretern, Beamten, Sachverständigen. Kosten: unbekannt
- Aufbau und Unterhalt einer Verwaltungseinheit, die die Ausbildung plant und überwacht, ein Register führt, Antragsformulare und Ausweise entwirft und ausstellt, Verstöße ahndet etc. Kosten: unbekannt
- Aufwand für den Bürger, der Kosten für den Kurs, Abgaben für den Ausweis etc., sowie des Verwaltungsapparates trägt, die natürlich nie durch die Angaben zu decken sind. Kosten: unbekannt
Der Nutzen? Mir fällt nicht viel ein zumindest ist er nicht nachgewiesen. Kann man theoretisch in ein paar Stunden “lernen” wie man mit einem Hund umgeht und wird dadurch das Hauptgefahrenpotential, nämlich dass der Hund eben ein zuweilen unberechenbar aggressives Lebewesen ist, vermindert?
Ich bin kein Hundenarr und jeder Vorfall im Zusammenhang mit Hundebissen ist einer zu viel, aber manchmal muss man die Kirche im Dorf lassen:
Faktum ist, aber das wird noch immer kein Politiker so schnell zugeben, dass wir in einiger Zeit geradezu unausweichlich an dem Punkt sein werden, wo sich die Öffentliche Hand aufgrund leerer Kassen aus viel vitaleren Bereichen als der Hundeverwaltung zurückziehen wird müssen. Dinge wie der Hundeführerschein beschleunigen diesen Prozess jedoch unnötig.
26 Jan 2010 Johannes Pratl

Als engagierter Hundehalter kann ich der Idee nur zustimmen.
Nicht, um die Gefährdung der Mitmenschen zu mindern, sondern weil nicht wenige Hundehalter charakterlich ungeeignet- und mangels Sachkunde völlig überfordert sind.
Für die Hunde ist das meist ein Martyrium.